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Film-Archiv



City Of God
Genre:Drama
Länge:0
Schauspieler:Matheus Nachtergaele (Sandro Cenoura), Seu Jorge (Manu Galinha), Alexandre Rodrigues (Buscape), Lean
Regie:Fernando Meirelles & Katia Lund
Erscheinungsjahr:2002
Internet:
Beschreibung:City of God ist ein Meisterwerk. Er ist ein Rausch, ein Sog, ein mitreißender Film, wie er nicht allzu häufig zu sehen ist. Und das obwohl er in einer der ärmsten, dreckigsten, brutalsten Gegenden der Welt spielt, wo ein Menschenleben so gut wie gar nichts zählt, wo das Recht des stärkeren regiert: in den Armenvierteln Rio de Janeiros, den berühmt, berüchtigten Favelas. Doch City of God erzählt weder eine heroische Überlebensgeschichte, noch eine deprimierende Armutsstory. Er erzählt, auf wahren Ereignissen beruhend, die Geschichte des jungen Rocket der in den Slums aufwächst und das Leben der Banden hautnah mitverfolgt. Er ist nie wirklich Teil einer Bande, auch wenn er freundschaftlich mit Lil Ze verbunden ist. Der wiederum ist zusammen mit Benny Anführer der stärksten und wichtigsten Bande des Slums, sie leiten den Drogenhandel und sind die eigentlichen Herren der Stadt Gottes, sie sind Legenden des Großstadtdschungels.

In seiner Darstellung des Alltags des Gangsterlebens erinnert City of God deutlich an Goodfellas, Martin Scorseses Portrait der New Yorker Mafia. Hier wie dort wird das Leben, das Stehlen und auch das Morden einfach gezeigt, ohne Schnörkel, ohne zu beschönigen oder zu verharmlosen. Das der Film dennoch keinen völlig neutralen Blick verfolgt, liegt an der mitreißenden Kameraarbeit, die sich rasend schnell durch die Gassen des Slums und um die Figuren herum bewegt, sie in ikonographischen Standbildern einfängt, das Leben der Favelas in stilisierte Bilder taucht. Allein durch Rocket, der davon träumt als Fotograf zu arbeiten und dadurch einen Weg nach draußen zu finden, erhält der Film sein moralisches Gewissen. Rocket steht immer etwas außerhalb des Geschehens, er nimmt die Position eines neutralen Beobachters ein, der die Mitglieder der Banden, die Teilnehmer an Schießereien kennt, sich auch zu ihnen hingezogen fühlt, schließlich haben sie alles und er nichts, und der doch immer eine gewisse Distanz bewahrt.

Ähnlich wie der mexikanische Film Amores Perros vermag auch City of God, den Zuschauer in eine fremde Welt zu führen, durch die hochgradig stilisierte Kameraarbeit und den hektischen, aber nie wirren, Schnitt, das Gefühl zu geben Teil dieses Lebens zu sein, ihm eigentlich unsympathische Figuren nahe zu bringen und ihn doch nicht mit dem Gefühl zu entlassen, einer Verherrlichung des Gangsterlebens beigewohnt zu haben. Denn der Film macht auf erschreckende Weise deutlich, das nach dem Tod einer Bande, sofort eine neue entstehen wird, die den Platz einnehmen wird. Das diese "Zukunft" aus noch jüngeren, noch kleineren Kindern besteht, die noch weniger Skrupel haben, als die Generation vor ihnen.

Für diesen großartigen und vor allem ehrlichen Film mit rasanten Kamerafahrten vergebe ich 4 von 5 Sternen.