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PRINZ CHARMING
Genre:Familienunterhaltung, Animationskomödie, Märchensatire,
Länge:83
Schauspieler:
Regie:Stephen Chbosky
Erscheinungsjahr:2018
Internet:
Beschreibung:Diese flotte, abenteuerliche Animationskomödie verdankt ihren Reiz der Idee, eine relativ gesichtslose aber dennoch unentbehrliche Figur vieler Märchen in den Mittelpunkt zu rücken. Wer könnte der legendäre Prinz Charming sein, der jeweils als Retter von Dornröschen, Aschenputtel und Schneewittchen aufgetreten ist? In dieser von Ross Venokur ("Voll auf die Nuss") inszenierten amerikanisch-kanadischen Koproduktion handelt es sich um ein- und dieselbe Person. Der Prinz hat selbst einen bösen Fluch am Hals, vor dem ihn nur die wahre Liebe retten kann. Seine Verlobten Dornröschen, Aschenputtel und Schneewittchen aber können ihm da offenbar wenig helfen und erweisen sich als selbstbezogene Charaktere mit Macken.
Ein witzig-ironischer Ton durchzieht diese unbeschwerte Geschichte. Venokur konstruiert aus lauter Versatzstücken aus dem Werk der Gebrüder Grimm und seiner zahllosen Verfilmungen praktisch ein eigenes Märchen. Die böse Fee fehlt nicht, das Vögelchen, das der im Grunde guten Heldin Lenore hilft, flattert vielsagend zwitschernd herum. Aber auch andere Zutaten wie menschenfressende Amazonen und ein einäugiges Orakel werden eingebaut, um die Handlung mit actionreichen Abenteuern auszustatten, die ein wenig an die "Indiana Jones"-Filme erinnern. Der liebevoll-satirische Humor weist wohl nicht von ungefähr Ähnlichkeiten mit den "Shrek"-Filmen auf, schließlich ist ihr Produzent John H. Williams auch hier an Bord. Die Geschichte huldigt dem Märchenfilmgenre auf spielerische Weise und distanziert sich zugleich immer wieder belustigt von seinen Klischees.
Prinz Charming ist ein sehr sympathischer Filmheld, ein naiver Luftikus, der sich jedoch danach sehnt, sich im wahren Leben zu bewähren. Das lange Gesicht mit dem Kinnbärtchen steht diesem unbeholfenen, optimistischen Charakter ausgezeichnet. Die Animation platziert in hübsche mittelalterliche Kulissen modern wirkende Figuren wie Lenore oder die drei an Barbiepuppen erinnernden Prinzessinnen. In den Gesangsnummern, die das Märchen in die Nähe eines Musicals rücken, sind unter anderem Avril Lavigne und Ashley Tisdale zu hören, die im Original auch die Sprechstimmen von Schneewittchen und Aschenputtel übernehmen.
Insgesamt wirkt diese Mischung aus Märchen und Abenteuerfilm trotz des konventionellen Kurses, den sie letztlich einschlägt, so vergnüglich, weil ihr die freche, zeitgemäße Perspektive Kontrast und Würze verleiht.
Fazit: Mit ideenreichem Witz verpasst dieses frische Animationsmärchen dem legendären Prinz Charming eine eigene Geschichte. Anstatt wie üblich nur am Rande als Retter von Prinzessinnen aufzukreuzen, ist der naive, mit einem Fluch belegte Königssohn hier selbst in großer Not auf den Kuss einer liebenden Frau angewiesen. Unter der Regie von Ross Venokur entfaltet sich ein flottes Abenteuer, das mit seiner hübschen Animation, mit Pop-Gesangsnummern und dem ironisch-liebevollem Humor besticht.
(aus "Spielfilm.de")


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