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SWIMMING WITH MEN
Genre:Komödie aus Großbritannien
Länge:94
Schauspieler:Rob Brydon, Adeel Akhtar, Jim Carter, Daniel Mays, Rupert Graves, Charlotte Riley u.a.
Regie:Oliver Parker
Erscheinungsjahr:2018
Internet:
Beschreibung:Synchronschwimmen macht glücklich: In der Komödie „Swimming with Men“ taucht ein Herrengrüpplein ab – und entkommt so der Midlife-Crisis.
Männer, nicht nur solche mittleren Alters, dürften diesen Film grundsätzlich mit Wohlwollen betrachten: Endlich streifen mal Vertreter ihrer Spezies die Badehosen über und sehen darin aus wie sie selbst. Waschbrettbauch? Sixpack? Schwellende Muskeln und athletische Körper wie sonst in der Werbung dauerpräsent? Fehlanzeige. Und doch scheinen die Herren, die hier im Schwimmbecken mehr oder weniger elegante Pirouetten drehen, ausgesprochen zufrieden mit sich selbst zu sein.
Das ist auch Eric (Rob Brydon) aufgefallen – und der ist momentan ganz und gar nicht einverstanden mit seinem Leben. Sein Job als Buchhalter in der Londoner City langweilt ihn zu Tode. Seine Frau Heather (Jane Horrocks) macht Karriere als Lokalpolitikerin und genießt in ihrem Umfeld all die Zuwendung, die ihm fehlt. Und der Teenagersohn zieht sowieso sein eigenes Ding durch und braucht Papa nicht. Kein Zweifel: Eric steckt in einer ausgewachsenen Midlife-Crisis.
Das Einzige, was ihn vor seinen Depressionen rettet, sind kleine Fluchten ins Schwimmbad. Taucht er ab bis auf den Beckengrund, kann er die ziemlich durchschnittliche Misere vergessen - allein blubbernde Stille umgibt ihn. Im Blick hat Eric dann nur jene Männergruppe in Badehosen, die wundersame Übungen macht – besonders aus seiner Unterwasserperspektive, weshalb den Übenden gelegentlich Hals und Kopf fehlen und nur strampelnde Beine zu erkennen sind. Die Badehosenträger, so stellt sich heraus, gehören zur seltenen Gattung männlicher Synchronschwimmer.
Zögerlich nimmt Eric Kontakt zu ihnen auf, zunächst unter einem rein mathematischen Aspekt, der ihm von seiner Arbeit vertraut ist. Eric stellt sich an den Beckenrand und gibt einen entscheidenden Tipp: Um als schwimmende Einheit in perfekter Symmetrie zu rotieren, so Eric, brauche es einen Drehpunkt, und diesen wiederum gebe es nur bei einer geraden Anzahl von Schwimmern. Einer müsse also die Formation verlassen. Natürlich gibt es noch eine andere Lösung: Einer mehr muss in die Formation rein.
Schon bald gehört Eric zu dem verschworenen Team, das für sich ganz eigene Regeln aufgestellt hat: „Niemand spricht über unseren Schwimmclub. Alles bleibt im Becken.“ Und: „Wie sind so stark wie unser schwächstes Mitglied.“ Und das ist erst einmal Eric.
Mit „Männer im Wasser“ (Regie: Måns Herngren) gab es 2008 schon mal eine ziemlich ähnlich gelagerte schwedische Komödie über Synchronschwimmer. Und schon Anfang kommenden Jahres folgt mit „Sink Or Swim“ (Regie: Gilles Lellouche) die nächste Variante aus Frankreich. Regisseure erkennen den Exotikfaktor des männlichen Synchronschwimmens, der dieser Sportart vor allem deshalb anhängt, weil man ihr sonst kaum begegnet.
Der Brite Oliver Parker („Johnny English – Jetzt erst recht“) nimmt die Hobbytruppe in „Swimming With Men“ ernst. Tatsächlich war Synchronschwimmen bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine reine Männerangelegenheit, damals hieß der Sport hierzulande noch „Reigenschwimmen“. Dann übernahmen Frauen die Disziplin. Erst seit wenigen Jahren dürfen Männer auf internationaler Ebene wieder antreten - und das ziehen bald auch Eric und seine Freunde in Erwägung: Die Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen stehen in Mailand an.
Nun könnte man fragen, wieso Männer immer gleich in Konkurrenz zueinander treten müssen. Wieso drehen sie nicht weiter selbstgenügsam Kreise im Becken? Aber erstens kommt so zumindest ein bisschen Spannung auf, zweitens werden die Herren von einer mindestens ebenso ehrgeizigen Frau (Charlotte Riley) trainiert, und drittens erhalten wir tiefere Einblicke in die Probleme , mit denen unsere Synchronschwimmer auf dem Trockenen zu kämpfen haben.
Das Ganze garniert Parker mit skurrilem britischen Humor. Der Film ist ein klarer Aufruf, mal wieder tief ins Becken abzutauchen. Echte Männerfreundschaften lassen sich auch dort knüpfen.
(aus "Ostsee-Zeitung")

Größtenteils unförmige Männer, die sich ungelenk mit Nasenklammern im Gesicht im Becken zum Affen machen – das hätte ein furchtbar alberner Schlag ins Wasser werden können. Doch Regisseur Oliver Parker behandelt seine schwimmenden Protagonisten mit so viel Feingefühl. Er nimmt ihre Nöte, ihr angeschlagenes Selbstwertgefühl so ernst, dass sich neben dem Spaß schnell eine tiefe Sympathie zu dieser schwerfälligen Ballettgruppe herstellt. Der liebenswerte Film hat das Zeug ein Klassiker zu werden, wie einst "Ganz oder gar nicht".
(aus "MDR Kultur")

Nirgendwo werden Underdogs amüsanter gefeiert als im britischen Kino!
Das sind wahrlich etwas andere Badenixen. Männer, die einen eher ungewöhnlichen Sport betreiben: Synchronschwimmen. Und dabei sind die Herren der Schöpfung alles andere als durchtrainierte Athleten. Eine Feel-Good-Komödie besten britischen Humors.
Sie strampeln um ihr Leben, flüchten im Hallenbad in die Zauberwelt des Synchronschwimmens
(aus "Cinema Paradiso")


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