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Film-Archiv



ANNA FUCKING MOLNAR
Genre:Komödie aus Österreich
Länge:100
Schauspieler:Nina Proll, Murathan Muslu, Uwe Ochsenknecht, Gregor Bloéb, Robert Palfrad
Regie:Sabine Derflinger
Erscheinungsjahr:2017
Internet:
Beschreibung:Wenn sich diese drei auf ein Packl hauen, kann das ja nur gut werden: Sabine Derflinger, Nina Proll und Ursula Wolschlager bündelten ihr kreatives Geschick für eine bissige Komödie um eine strauchelnde Schauspielerin.

Die Theater-Diva Anna Molnar (Nina Proll) steht kurz vor der Premiere eines neuen Stücks, in dem sie als Publikumsliebling die Hauptrolle spielen soll. Doch dann das: Wenige Augenblicke vor dem großen Auftritt ertappt sie ihren Lebensgefährten (Gregor Bloeb), der zugleich auch der Intendant des Theaters ist, backstage beim Quickie mit der Zweitbesetzung. Ganz klar, dass vor dem Gang auf die Bühne jetzt erst einmal ein Beruhigungsschnaps her muss. Doch gepimpt mit Tabletten schießt dieser ein Alzerl übers Ziel hinaus: Anna geht mitten in der Schluss-Szene des Stückes k. o. Statt in den Lobeshymnen des Feuilletons landet sie auf den Titelblättern der Boulevardpresse, beim Therapeuten sowie am absoluten Tiefpunkt ihrer Schauspielkarriere. Als gefallener Star muss sie jetzt wieder ganz unten anfangen – genau: beim Fernsehen. Glücklicherweise schimmert mit dem feschen Feuerwehrmann Christian (Murathan Muslu) zumindest schon ein neuer Lover am Horizont. Doch auch dessen Performance lässt sehr zu wünschen übrig …

Drei ganz große Frauen des österreichischen Filmbiz stecken hinter Anna Fucking Molnar: Nina Proll (Nordrand) mimt nicht nur die Anna, sondern zeichnet gemeinsam mit Ursula Wolschlager auch für das Drehbuch der ruppig-romantischen Komödie verantwortlich. Die Regie hat Sabine Derflinger übernommen, die schon mit Vorstadtweiber ein Händchen für fabelhafte Frauenfiguren bewiesen hat. Proll-Ehemann Gregor Bloéb (Schweinskopf al dente), Uwe Ochsenknecht (Das Boot) und Murathan Muslu (Risse im Beton) steuern in Nebenrollen – ganz im Sinne des gelungenen Plots – mal zu viel, mal zu wenig Manneskraft bei.

Goschert und selbstbewusst, verletzlich und kleinlaut: Nicht zufällig trägt die Liebeskomödie den Namen ihrer Protagonistin. Nina Proll glänzt in ihrem Drehbuch-Debüt in der von ihr selbst maßgeschneiderten Rolle als talentierte, ganz und gar nicht auf den Mund gefallene Theaterdiva, die zeigt, dass Stolpern zutiefst menschlich ist, wieder Hochrappeln harte Arbeit, und sexuelle Befriedigung zwar ein elementares Bedürfnis, gleichzeitig aber eine ganz schön komplizierte Angelegenheit. 

(aus "Skip")