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Film-Archiv



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2 Tage Paris
Genre:Beziehungskomödie aus Frankreich
Länge:96
Schauspieler:Julie Delpy, Adam Goldberg, Daniel Brühl
Regie:Julie Delpy
Erscheinungsjahr:2007
Internet:
Beschreibung:Als Céline verzauberte sie 1995 in "Before Sunrise" und neun Jahre später in "Before Sunset" nicht nur Ethan Hawke, sondern auch die Zuschauer. Der Zauber der Romantik zeigt in diesem ihrem hinreissenden Langfilmdebüt Risse. Nach einem vermurksten Liebesurlaub in Venedig verbringt sie als Marion mit verwuselten Haaren, großer Brille und ständig über ihren dicken Po lamentierend, mit ihrem New Yorker Boyfriend 48 Stunden an der Seine. Für den ausgemachten Neurotiker eine schier endlose Tortur in Sodom und Gomorrha.

Nicht nur, dass die 68er-Eltern ihn mit Anzüglichkeiten piesacken, sie essen auch noch Kaninchen und Muttern platzt ungerührt ins Liebesspiel hinein, erzählt dem entsetzten Fast-Schwiegersohn in einer ruhigen Minute sogar, dass es zu ihrer Zeit jede mit jedem trieb. Noch schlimmer als die Alt-Libertins sind die lüsternen Ex-Lover der Geliebten, die vor seinen Augen seinen weiblichen Besitz zu verführen versuchen. Nicht zu vergessen, die dubiosen Delikatessen und rassistischen Taxifahrer, die ihm das Leben mit giftigen Bemerkungen erschweren. Das transatlantische Pärchen steuert zielsicher auf eine tiefe Beziehungskrise zu.

Julie Delpy schrieb 90 Prozent der Dialoge, ein in seiner (auch sprachlichen) Hilflosigkeit und Eifersucht urkomischer Adam Goldberg ließ sich einige nette Sätze dazu einfallen - Lacher garantiert. Wenn dann die frivole Französin anhebt, über die Folgen des Blowjobs zwischen Monica und Bill Clinton zu philosophieren und sie mit dem Ende einer gesunden US-Demokratie zu verknüpfen, ist das Ende seiner Toleranzgrenze erreicht. Der Kultur-Schock ist groß und die Kondome zu klein ("Ist das ein Kondom in Kindergröße? Machen die wirklich Kondome für Kinder?"), selbst das Bestellen eines Burgers gerät zur Blamage. Und dass Marion ihre Liebhaber gerne nackt fotografiert mit einem Luftballon am mit Schleifchen geschmückten Penis, lässt den Mann an französischer Lebens- und Liebesart verzweifeln.

Es wimmelt nur so von moralfreien Menschen in dieser Komödie der Missverständnisse, selbst die Klempner fummeln im Dienst. Ein Family & Friends-Projekt, in dem Delpys Eltern auch die Filmeltern mimen und in dem jeder spinnt, wie auch Daniel Brühl in einem Mini-Auftritt als politischer Aktivist, der sich für eine Märchenfee hält und einen Fast-Food-Laden abfackelt und dabei überirdisch lächelt. Das ironische Spiel mit Klischees und Vorurteilen, die witzigen Pointen, die kleinen gemeinen Sticheleien, einfach alles gelungen. Männer, Frauen, Amerikaner und vor allem die Franzosen, die am liebsten über Sex, übers Fressen und Politik reden, kriegen ihr Fett ab, eine von Trieben gesteuerte Mischpoke ohne jegliche Scham. Das merkwürdige Verhalten sexbesessener Pariser zur Paarungszeit, für den armen Ami ein Horrortrip, für das Publikum ein ultimatives Vergnügen. Tipp: Möglichst die Originalversion anschauen.


24 WOCHEN
Genre:Drama
Länge:102
Schauspieler:Julia Jentsch, Bjarne Mädel, Johanna Gastdorf, Emilia Pieske
Regie:Anne Zohra Berrached
Erscheinungsjahr:2016
Internet:
Beschreibung:Astrid und Markus sind ein glückliches Paar. Sie ist eine erfolgreiche Kabarettistin, er ihr Manager. Sie haben bereits eine kleine Tochter, Nele, und ein zweites Kind ist unterwegs. Doch dann wird die Sicherheit und Harmonie dieses Lebens durch eine erschütternde Diagnose torpediert: Trisomie 21. Das Kind würde unter dem Downsyndrom leiden. Sollen die Eltern abtreiben lassen?

Es folgt eine Zeit der Unsicherheit, des Nachdenkens, des Abwägens zu Beginn des Dramas "24 Wochen". Dazu gehören auch ganz banale Fragen, zum Beispiel wie man Kinder mit Downsyndrom überhaupt nennt. "Downies?", fragt er. "Das geht", antwortet sie, "nur Mongo ist verboten". Worauf er kontert: "Ich glaube, Eltern dürfen alles sagen." Ein nicht ganz ernst gemeintes Gespräch in einer ernsten Situation. Die Szene verweist bereits auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Behinderten.

Die Regisseurin und Autorin Anne Zohra Berrached hat ein Faible für Figuren, die in einen unlösbaren Konflikt mit schwierigem Schicksal geraten. Schon in ihrem ersten Film "Zwei Mütter" - über zwei lesbische Frauen, die gegen Biologie und Bürokratie um ein gemeinsames Kind kämpfen -, ging es um den Grenzbereich zwischen gesellschaftlicher Toleranz und medizinischen Möglichkeiten. Ihr zweiter Spielfilm "24 Wochen" lief im Februar 2016 im Wettbewerb der Berlinale. In Deutschland werden 90 Prozent aller Föten, bei denen Trisomie 21 festgestellt wird, abgetrieben, las die Filmemacherin in einem Zeitungsartikel und wollte dieser Statistik filmisch auf den Grund gehen. Wobei es ihr ausdrücklich nicht um moralische Wertungen geht, sondern um das menschliche Dilemma, das so eine Diagnose auslöst. Das Paar, die Familie, die Freunde, die Ärzte ringen mit dem Für und Wider von Gefühl und Verantwortung.

Nur zehn Prozent der werdenden Eltern entscheiden sich für ein Leben mit Kindern, bei denen diese Krankheit diagnostiziert wurde. Doch kaum jemand redet darüber, was es bedeutet, eine Schwangerschaft sogar noch im siebten Monat abzubrechen. Also zu einem Zeitpunkt, an dem die Chance groß ist, dass das Baby lebend zur Welt kommt, weshalb dessen Herz vor dem Eingriff durch eine Kaliumchlorid-Spritze zum Stillstand gebracht wird. Dass sich fast niemand zu diesem Schritt bekennen will, bekam die Regisseurin auch bei ihren Recherchen zu spüren. Statt so ein Szenario frei zu imaginieren, wollte sie es aus realen Erfahrungen destillieren und ließ nicht locker, bis sie ein Paar fand, das bereit war, bei der Entstehung des Drehbuches mitzuwirken.

Berührungsängste gibt es offensichtlich auch bei deutschen Schauspielerinnen. Es gab eine Reihe von Absagen, bevor sich Julia Jentsch auf diese emotionale Tour de Force einließ, so rückhaltlos mutig und ungeschützt, dass sich die enormen Schwankungen ihrer Gefühle permanent in ihrem Gesicht abzeichnen.




Die schweigende Mehrheit derer, die in ihrem Umfeld lieber nicht mit Behinderten konfrontiert sein wollen, bekommen auch Astrid und Markus zu spüren. Als sie ihre Entscheidung, das Kind zu behalten, freudig verkünden, schlägt ihnen mitten in der sommerlichen Atmosphäre eines Gartenfestes eisige Stille entgegen. Die Oma verleiht ihren Ressentiments noch relativ dezent Ausdruck. Deutlicher wird die polnische Babysitterin, die ihre Dienste aufkündigt, weil sie sich vor Menschen mit Downsyndrom ekelt, was wiederum die kleine Nele dazu ermutigt, auch ihre Abwehr trotzig herauszuschleudern.

Immer wieder zielt der Film auf die Widersprüche zwischen instinktivem Gefühl und gesellschaftlicher Moral. Für Astrid und Markus erhöht sich der Druck, als bei einer weiteren Untersuchung herauskommt, dass das Ungeborene einen lebensbedrohlichen Herzfehler hat, der bereits kurz nach der Geburt schwere Operationen nötig macht und womöglich nicht ganz heilbar ist. Noch einmal verschieben sich die unsichtbaren Grenzen zwischen Egoismus und Empathie. "Wir wollen das Kind doch, oder nicht?", fragt Markus, den Bjarne Mädel zwischen Mut und Zweifel, Mitgefühl und Wut fein austariert.

Dass hier kein Satz nach Drehbuch klingt und kein Moment gespielt wirkt, hat sehr viel mit der dokumentarischen Herangehensweise von Anne Zohra Berrached zu tun. Zusammen mit realen Ärzten, Krankenschwestern, Psychologen und Hebammen hat sie in Vorgesprächen reale Situationen erschaffen, in die sie ihre fiktiven Figuren implantiert. In allen Einzelheiten mit der harten Realität eines späten Schwangerschaftsabbruchs konfrontiert zu werden, ist schwer erträglich. Doch mit Voyeurismus hat das nichts zu tun. Stattdessen schleudern diese Szenen die Fragen des Films auf seine Zuschauer zurück. Den Schlüsselsatz spricht die Hebamme aus, als Astrid sie kurz vor dem Eingriff um Rat bittet: "So eine Entscheidung kann man nur treffen, wenn man es muss," sagt sie. "Die kann einem niemand abnehmen. Und niemand hat das Recht, sie zu verurteilen."

(aus "Süddeutsche Zeitung")

25 Stunden
Genre:Drama
Länge:0
Schauspieler:Edward Norton
Regie:Spike Lee
Erscheinungsjahr:2000
Internet:
Beschreibung:24 Stunden noch, dann endet für Monty Brogan (EDWARD NORTON) das Leben in Freiheit. 24 Stunden noch, dann muss der ehemalige Drogendealer eine siebenjährige Haftstrafe antreten.

24 Stunden, in denen Monty Zeit bleibt, mit sich, seiner atemberaubenden Freundin Naturelle (ROSARIO DAWSON), seinem Vater (BRIAN COX) und seinen beiden besten Freunden, dem Wall-Street-Broker Slaughtery (BARRY PEPPER) und dem schüchternen Highschool-Lehrer Jacob (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN), ins Reine zu kommen. Und er will die Zeit nutzen herauszufinden, wer es war, der ihn bei der Polizei angeschwärzt hat. Monty hat einen fürchterlichen Verdacht, doch die Uhr läuft... die Zeit tickt... die 25. Stunde naht...

Do The Right Thing: Mit seinem 14. Spielfilm begibt sich Meisterregisseur Spike Lee wieder mitten hinein in den Schmelztiegel New York, auf eine packende, aufregende Reise ans Ende der Nacht und unterstreicht eindrucksvoll, warum er zu den Topfilmemachern der USA zählt. In atemberaubenden Bildern zwischen Innovation und Authentizität folgt Lee einem Drogendealer an dessen letzten Tag in Freiheit und entlockt seinem Oscar®-nominierten Star Edward Norton (RED DRAGON, FIGHT CLUB) einen eindrucksvollen darstellerischen Kraftakt.

Unterstützt wird Norton in diesem Ensemblefilm der Sonderklasse von Philip Seymour Hoffman (MAGNOLIA, ALMOST FAMOUS), Barry Pepper (DER SOLDAT JAMES RYAN) und der hinreißenden Rosario Dawson (MEN IN BLACK II). Dabei besticht die Verfilmung des gleichnamigen Romans von David Benioff ebenso durch die Vielschichtigkeit ihrer Erzählung und der bestechenden Brillanz ihrer Bildsprache als Meilenstein in Spike Lees Karriere.

28 Tage
Genre:Drama
Länge:0
Schauspieler:Sandra Bullock, Steve Buscemi, Diane Ladd, Viggo Mortensen, Elizabeth Perkins, Dominic West
Regie:Betty Thomas
Erscheinungsjahr:2000
Internet:http://www.28-tage.de
Beschreibung:Die erfolgreiche Autorin Gwen (Sandra Bullock) sieht das Leben als einzige riesengroße Party. Zusammen mit ihrem Freund Jasper (Dominic West) feiert sie of bis tief in die nacht und treibt dabei mit Vorliebe Späße auf anderer Leute Kosten. Als sie eines Tages wegen Trunkenheit am Steuer zu 28 Tagen Zwangsaufenthalt in einer Reha-Klinik verurteilt wird, sieht sich Gwen plötzlich einer ganz anderen Welt gegenüber. Konfrontiert mit Handy-Verbot und verdonnert zum gemeinsamen Singen in der Lobby, muss sie dort vor allem eines - zu sich selber finden.

3 Engel für Charlie
Genre:Action
Länge:0
Schauspieler:Drew Barrymore, Cameron Diaz, Lucy Liu, Bill Murray
Regie:McG, Joseph McGinty Nichol
Erscheinungsjahr:2000
Internet:http://www.3-engel-fuer-charlie.de
Beschreibung:Der berühmte Wissenschaftler Eric Knox (Sam Rockwell) ist von unbekannten entführt worden und mit ihm seine revolutionäre Identifikations-Software. Wenn diese den falschen in die Hände gelangt, könnte dies katastrophale folgen für die Menschheit haben. Kein Wunder, dass der anonyme Multimillionär Charlie mit Natalie (Cameron Diaz), Dylan (Drew Barrymore) und Alex (Lucy Liu) seine drei besten Agentinnen darauf ansetzt, sowohl Knox als auch sein Programm so schnell wie möglich wieder aufzutreiben.